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Festgeld

Attraktive Zinsen aus dem Ausland nutzen

von Kevin Schwarzinger
Zahlreiche europäische Banken bieten für Festgeld höhere Zinsen als deutsche Wettbewerber. Doch nicht jede ausländische Bank ist auch empfehlenswert. Worauf Anleger achten sollten.
Bei den Minizinsen, die eine Vielzahl von deutschen Banken ihren Kunden bezahlen, lässt sich keine anständige Rendite erwirtschaften. Vor allem wenn man bedenkt, dass die steigende Inflation zusätzlich am Ersparten nagt. Wer also den Weg an die Börse scheut und weiterhin auf konservative Anlageformen setzt, muss zwangsläufig seinen Blick auf ausländische Banken richten. Zwar gibt es im europäischen Ausland zum Teil deutlich mehr Zinsen zu holen, allerdings hat das auch seinen Preis – in Form eines erhöhten Risikos.

Wie groß sind die Zinsunterschiede im Ausland?
Im aktuellen Niedrigzinsumfeld müssen Sparer froh sein, überhaupt noch Zinsen auf konservative Anlageformen wie Tagesgeld oder Festgeld zu bekommen. Viele Banken und Sparkassen haben nämlich die Verzinsung ihrer Tages-und Festgeldanlagen auf null gesenkt. Laut Biallo-Festgeld-Index liegt der aktuelle Durchschnittszins aller bei biallo.de gelisteten Anbieter bei 0,31 Prozent pro Jahr – bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einer Anlagesumme von 5.000 Euro. Zum Vergleich: Bei der französischen Crédit Agricole gibt es 1,01 Prozent für zwölf Monate – und das bei einer sehr hohen Sicherheit (AA = "Double A").

Wie sicher ist Festgeld im Ausland?
Neben der Rendite sollten Anleger auch immer die Sicherheit ihrer Anlage fest im Blick behalten. Wie solide ein Kreditinstitut aufgestellt ist, lässt sich für Laien nur schwer abschätzen. Jede Bank mit Sitz innerhalb der Europäischen Union (EU) ist inzwischen verpflichtet, 100.000 Euro Spareinlagen pro Anleger zu garantieren. Diese EU-Richtlinie zu den nationalen Sicherungssystemen wurde nach der Finanzkrise 2008 eingeführt und 2014 nochmals überarbeitet. Generell bedeutet "Einlagensicherung", dass Anleger im Falle einer Bankpleite ihr angelegtes Geld bis zu einem festgelegten Wert von 100.000 Euro zu 100 Prozent zurückbekommen – staatlich garantiert. Die EU-Richtlinie legt für die Euro-Länder sowohl die Höhe der Einlagensicherung, als auch die Spielregeln wie Auszahlungszeitraum oder Sicherungssystem fest. Dennoch bleibt das jeweilige Land selbst der Garant für die Spareinlagen am heimischen Markt.

Konkret bedeutet das, dass etwa das Festgeld der Denizbank vom österreichischen oder das der Crédit Agricole vom französischen Staat garantiert wird. Bei der Einschätzung des Risikos einer ausländischen Geldanlage spielt das persönliches Vertrauen in das Finanzsystem des Nachbarstaates also eine berechtigte Rolle.

Tipp: Die Bonitätsbewertungen der rennomierten US-Ratingagenturen Standard and Poor's, Moodys und Fitch geben Anlegern einen guten Anhaltspunkt, wie es mit dem Einlagensicherungssystem des jeweiligen Staates bestellt ist.
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Zinsentwicklung Tagesgeld (3 Monate, Biallo-Index)
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