Finanzrechner - Abendzeitung München
  • Geldanlage
  • Baufinanzierung
  • Kredite
  • Konten & Karten
  • Altersvorsorge
  • Versicherung
  • Telefon & Internet
Aktuelle Themen

DSGVO

So profitieren Anleger von der neuen Datenschutz-Grundverordnung

von Peter Hermann
Seit 25. Mai ist die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Unternehmen sind in der Pflicht, die Vorteile für Anleger überwiegen.
Banken, Finanzdienstleister, Anlageberater und Makler jeglicher Couleur können sich derzeit kaum über zu wenig Arbeit beklagen. Durch die am 25. Mai 2018 in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, besteht praktisch bei allen Unternehmen in Deutschland erhöhter Handlungsbedarf. Schließlich drohen bei Verstößen hohe Bußgelder und nervige Abmahnungen. Anlegern bringt die neue Verordnung vor allem mehr Transparenz, sie bietet aber auch verbesserten Schutz vor unzulässiger Weitergabe vertraulicher Informationen.

Datenschutz-Grundverordnung: Was sich dahinter verbirgt

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung ersetzt die bislang geltende Datenschutzrichtlinie, die durch das Bundesdatenschutzgesetz umgesetzt wurde. Hinter dem etwas sperrigen Begriff der DSGVO verbirgt sich die Vereinheitlichung der Datenschutzregeln sämtlicher 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft. Hierdurch wird die Rechtsposition der Nutzer deutlich verbessert. 

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
- Unternehmen dürfen personenbezogen Daten nur noch nutzen, wenn die betreffenden Verbraucher vorher explizit eingewilligt haben. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.
- Verbraucher haben ein Auskunftsrecht, welche Informationen über sie gespeichert sind.
- Verbraucher können die Herausgabe bestimmter Daten verlangen und haben ein Recht auf Löschung.

Die Regularien gelten für sämtliche Unternehmen, die in Europa Geschäfte machen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes. Die nationalen Datenschützer können entsprechende Vergehen auch vor Ort ahnden. Damit sind die Zeiten vorbei, in denen sich beispielsweise Vertreter von Social Media wie Twitter oder Facebook hinter nachgiebigen Behörden und schwammigen Regeln verstecken konnten.

Kommunikation bei Wertpapiergeschäften streng geregelt
Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung muss für Anleger im Zusammenhang mit den seit Anfang des Jahres geltenden MiFID II-Bestimmungen gesehen werden - und zwar in Verbindung mit den neuen Vorschriften zur Kommunikation bei der Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Eine ihrer jüngsten Broschüren des Bundesamts für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) liefert eine Erklärung dafür, wie dies in der Praxis aussehen soll.

Dienstleister der Wertpapierbranche sind demnach zum sogenannten Taping verpflichtet: Es müssen sämtliche Telefongespräche und weitere elektronische Kommunikation aufgezeichnet werden, die in Verbindung mit einem Wertpapierauftrag stehen. Hierbei kommt es nicht darauf an, ob es sich um eine Anlageberatung handelt oder ob es um den Handel von Wertpapieren geht, bei dem auf eine Anlageberatung verzichtet werden kann.

Dokumentation dient im Streitfall zur Klärung
Im Zweifel beziehungsweise im Streitfall lässt sich durch die Aufzeichnung der Verlauf eines Gesprächs nachweisen. Anhand dieser Unterlagen kann die Aufsicht prüfen, ob der entsprechende Dienstleister die aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt hat oder nicht. Diese Aufzeichnungen müssen dabei so sicher aufbewahrt werden, dass unbefugte Dritte keinerlei Zugriff haben.

Die Anbieter dürfen diese nur an die betreffenden Kunden selbst sowie an die Aufsichts- oder Strafverfolgungsbehörden herausgeben. Selbst innerhalb der Bank oder des Finanzdienstleisters ist der Zugriff eingeschränkt: Zugang haben lediglich eindeutig autorisierte Personen. Darüber hinaus müssen die aufgezeichneten Unterlagen grundsätzlich nach fünf Jahren gelöscht werden.

Außerdem muss der Wertpapierdienstleister seine Kunden darüber informieren, dass die Kommunikation aufgezeichnet wird. Sollten Kunden Einwände haben, können sie dem widersprechen. Allerdings darf der Anbieter dann weder telefonisch noch per elektronischer Kommunikation beraten und auch keine beratungsfreien Aufträge per Telefon oder Internet annehmen. Wenn Anleger also widersprechen, sollten sie sich dies vor Augen führen.

Zurück
-
Zinsentwicklung Tagesgeld (3 Monate, Biallo-Index)
© 2018 Biallo & Team GmbH - www.biallo.de