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Telefonieren

Sparen per Call-by-Call bleibt bis Ende 2022 sicher

von Fritz Himmel, biallo.de
Anstatt einer einzigen Minute eine ganze Stunde lang ins Ausland telefonieren - zum gleichen Preis? Mit der Call-by-Call-Methode ist das oft kein Problem. Doch dem beliebten Spar-Modell drohte das Aus.
Im Jahr 1998 wurde die Deutsche Telekom im Zuge der Öffnung des Telekommunikationsmarktes verpflichtet, ihren Endkunden Call-by-Call und Preselection anzubieten. Mit diesen Modellen wird es Kunden ermöglicht, für Telefongespräche per Vorwahl einer 010xy-Nummer einen anderen Verbindungsnetzbetreiber auszuwählen, der dann das Gespräch durch sein Netz durchleitet und mit dem Endkunden abrechnet.

Im Laufe des Jahres 2019 hatte nun der staatliche Regulierer, die Bundesnetzagentur (BNetzA), den Endkundenmarkt für Sprachtelefonie einer regelmäßigen Prüfung unterzogen und sah die Deutsche Telekom nicht mehr als marktbeherrschend an und somit auch nicht mehr behördlich verpflichtet, Call-by-Call und Preselection anzubieten. Es drohte somit das kommende Aus durch die EU-Kommission. „Damit hätte die BNetzA allen Sparvorwahlen die erforderliche Grundlage entzogen“, sagt Steffen von Alberti, Geschäftsführer von Tele2, einem der führenden alternativen Anbieter. Mit dem Aufkommen neuer Angebote im Markt wie Flatrates, WhatsApp und Mobilfunkkommunikation sank die Nutzerzahl der Sparvorwahlen in den letzten Jahren. Doch diese haben nach wie vor eine relevante Bedeutung: „Pro Jahr telefonieren immer noch Millionen Menschen etwa fünf Milliarden Minuten darüber“, sagt von Alberti. Rund 90 Call-by-Call-Anbieter tummeln sich noch am Markt.

"Sanfter" Ausstieg aus Call-by-Call


Die Deutsche Telekom hat sich daher zusammen mit dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und dem Deutschen Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM) auf eine eigene Lösung geeinigt: Das preiswerte Telefonieren über Call-by-Call und Preselection bleibt für Festnetzkunden der Deutschen Telekom noch bis Ende 2022 gesichert. Die gemeinsame Vereinbarung ermöglicht nun einen „sanften“ Ausstieg aus diesem Marktmodell mit einer langen Übergangszeit. „Die Vereinbarung zeigt, dass im Markt einvernehmliche Lösungen gefunden werden können“, sagt Pascal Koppetsch, Verhandlungsführer der Deutschen Telekom. „Der Wettbewerb in der Telekommunikation ist mittlerweile soweit gediehen, dass immer öfter auf einen regulatorischen Eingriff verzichtet werden kann.“

Hohes Sparpotential durch Call-by-Call bei Gesprächen zum Handy und ins Ausland

Die Nutzung der günstigen Spar-Vorwahlen ist nur von einem Festnetzanschluss der Deutschen Telekom möglich, nicht bei einem Anschluss-Wettbewerber wie 1&1, Vodafone und O2 oder bei einem Stadtnetzbetreiber wie M-Net oder NetCologne. Wer seinen Festnetzanschluss-Anbieter komplett wechselt, hat somit keine Chance mehr, diese  Sparmethode zu nutzen. Das Sparpotential über die Call-by-Call-Methode ist vor allem in die Mobilfunkfunknetze und ins Ausland nach wie vor extrem hoch. Anrufe über die Spar-Vorwahlen kosten oft nur rund einen Cent oder weniger pro Minute. Ein Zehn-Minuten-Telefonat zum deutschen Handy kostet aktuell über die Call-by-Call-Methode rund 15 Cent, beim Deutsche-Telekom-Tarif fallen dafür 1,90 Euro an. Das gleiche Telefonat nach Thailand (Festnetz) kostet aktuell über Call-by-Call im Durchschnitt zehn bis zwanzig Cent, regulär bei der Telekom 9,90 Euro. Ähnlich hoch liegen die Preise der Festanschluss-Wettbewerber, dort ist man dann von deren Preispolitik abhängig. Und bei Anrufen zu einem Handy oder ins Ausland werden in der Regel zum Teil saftige Preise berechnet.
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