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DEGIV-Studie

Immobilienverrentung ist vielen nicht bekannt

von Kerstin Weinzierl
Vielen Rentnern ist nicht bekannt, wie genau eine Immobilienverrentung funktioniert, so eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Immobilienverrentung (DEGIV). Für immer mehr Senioren könnte sie jedoch interessant sein.
Die Deutsche Gesellschaft für Immobilienverrentung (DEGIV) beobachtet seit ihrer Gründung 2015 eine erhöhte Nachfrage nach der Verrentung von Immobilien – besonders in München. Dennoch ist die Thematik Immobilienkauf beziehungsweise -verkauf auf Nießbrauchbasis bislang nur Wenigen bekannt. Das ergab eine Studie der DEGIV, welche jüngst in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Consumerfieldwork durchgeführt wurde.

Es wurden 161 Senioren und Seniorinnen aus dem Großraum München zu ihrem Wissensstand in puncto Nießbrauch aber auch zu ihrer Wohn- und Finanzsituation befragt.

Jeder zweite hat schon von der Immobilienverrentung gehört


Knapp die Hälfte aller Befragten, also 47,8 Prozent, ist die Immobilienverrentung ein Begriff. Somit haben 52,2 Prozent noch nie etwas davon gehört, dass das Eigenheim im Rentenalter verkauft und über ein lebenslanges Wohnrecht weiter bewohnt werden kann. Interessant: 68,9 Prozent der befragten Senioren haben zwar davon gehört, allerdings wissen sie nicht, wie das Konzept der Immobilienverrentung überhaupt funktioniert.

Laut DEGIV könnte eine zielgerichtete Aufklärungsarbeit Abhilfe schaffen. "Wohneigentum wird in Deutschland aktuell zu sehr auf den Kauf und den Verkauf von Objekten reduziert. Dabei wird das Thema besonders bei älteren Eigentümern zu stark vom Wert des Objektes als Lebensort entkoppelt. Im Alter geht es nicht um den Kauf oder Verkauf, sondern bei Wohneigentum um die Frage von Identität, Heimat und Zuhause. Je mehr Menschen von der Option der Immobilienverrentung wissen, desto mehr können sie diese zumindest in Betracht ziehen und abwägen. Hier muss die Immobilienbranche weiter aufklären", erklären Özgün Imren und Mesut Yikilmaz, Gründer und Geschäftsführer der DEGIV.

Die meisten Senioren möchten zuhause wohnen bleiben


Ein Sprichwort sagt: Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Mit der Studie gewinnt diese Redewendung sogar noch an Schärfe. Denn nur 17,9 Prozent der befragten Senioren möchten im Alter umziehen. Senioren mit Immobilieneigentum und Liquititätsbedarf sollten laut DEGIV die Möglichkeit der Immobilienverrentung jedoch prüfen und sich beraten lassen.

Anhand dieses Modells wird die Immobilie mit einem Preisabschlag verkauft. Gegenüber biallo.de beziffert die DEGIV diesen Betrag auf etwa 40 bis 50 Prozent vom Verkehrswert der Immobilie. Eventuell noch vorhandene Verbindlichkeiten müssen mit der Auszahlung verrechnet werden. Der Verkäufer erhält im Gegenzug ein Nießbrauchrecht bis zum Lebensende. "Die Immobilienverrentung macht einen Auszug aus der gewohnten Immobilie obsolet. Dennoch kann das Objekt verkauft und somit Liquidität freigesetzt werden", so Imren. Damit wird das eigene Heim zur Altersvorsorge – sozusagen zur Zusatzrente.

Fakt ist, dass laut Statistischem Bundesamt jeder zweite Bundesbürger im Rentenalter in einer selbstgenutzten Immobilie wohnt. Dieses Kapital möchten viele Senioren nutzen, ohne gleich ausziehen zu müssen. Schließlich hängen am Eigenheim Erinnerungen, das soziale Netzwerk oder schlichtweg viel investierte Eigenleistungen.

Gebundenes Kapital nutzen


"Viele ältere Menschen verfügen bei Wohneigentum über den Raum, den sich jüngere Menschen wünschen. Große Immobilien im Alter bedeuten jedoch nicht nur mehr Arbeit und für Betroffene unnötigen Platzverbrauch. Vor allem handelt es sich um gebundenes Kapital – das manche Ruheständler am Lebensabend als Liquidität gut gebrauchen könnten", erläutert Imren.

Senioren, die in ihrer eigenen Immobilie wohnen und nicht über ausreichend Geldmittel verfügen, um beispielsweise eine alterstaugliche Renovierung zu realisieren, können durch die Immobilienverrentung ihr Zuhause entsprechend umbauen.

Der Bedarf am Thema sei laut Mesut Yikilmaz groß. Nicht zuletzt, da in Deutschland der demografische Wandel weit fortgeschritten sei. Aktuell gehöre mehr als jede vierte Person zur Generation 60 Plus und im Jahr 2050 soll es mehr als jede dritte Person sein.


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